Wie kommt es zu einem Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der Sie sich sofort in ärztliche Behandlung begeben müssen. Er entsteht durch einen plötzlichen vollständigen Verschluss eines der drei Herzkranzgefäße. Der Herzmuskel wird nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und es kann zu einem Herzversagen kommen. Zögern Sie deshalb nicht und rufen Sie sofort über die Rufnummer 112 die Notfallrettung.

Welche Beschwerden deuten auf einen Herzinfarkt hin?

Bei folgenden Anzeichen sollten Sie an einen akuten Herzinfarkt denken:

  • Engegefühl und starker Druck über der Brust
  • plötzlich einsetzende, starke Schmerzen hinter dem Brustbein und auf der linken Brustseite, die auch in andere Körperregionen z.B. in den Rücken, den Oberbauch oder den Kiefer ausstrahlen können
  • Schweißausbruch und / oder Übelkeit  und Erbrechen 
  • Atemnot

Todesangst, starke Unruhe

Wie wird ein Herzinfarkt diagnostiziert?

In der kardiologischen Abteilung werden alle modernen Verfahren der invasiven- und nicht-invasiven Diagnostik angeboten. Dazu gehören:

  • Anamnese, Körperliche Untersuchung
  • EKG (Elektrokardiogramm): es liefert Hinweise auf   Schädigungen des Herzens oder alte Herzinfarkte
  • Laboruntersuchung
  • Echokardiographie (Ultraschall/Sonographie) : Zeigt Herzmuskelanteile, die aufgrund der Unterversorgung nicht mehr richtig bewegen/zusammenziehen
  • Herzkatheter-Untersuchung (Koronarangiographie): Mit Hilfe eines Kontrastmittels kann beurteilt werden, welche Herzkranzgefäße in welchem Ausmaß eingeengt sind. Dabei kann das betroffene Herzkranzgefäß während der Untersuchung behandelt werden, z.B mit einem Aufdehnungsballon und  Gefäßstütze (Stent).
  • MRT (Magnetresonanztomographie) zur Prüfung der Durchblutung des Herzmuskels

Wie wird ein Herzinfarkt behandelt?

Bei einem akuten Herzinfarkt besteht Lebensgefahr. Deshalb sind eine sofortige stationäre Aufnahme im Krankenhaus und eine intensivmedizinische Betreuung notwendig. Je schneller eine Therapie eingeleitet wird, umso mehr Herzmuskelgewebe kann gerettet werden.

Zur Akuttherapie erfolgt in unserem Herzkatheterlabor umgehend eine Koronarangiografie (eine spezielle Form der Röntgenuntersuchung, bei der die Herzkranzgefäße abgebildet werden). Hierbei wird mit einem Katheter ein sehr dünner und beweglicher Draht durch die Arterie bis zur erkrankten Stelle geschoben. Das verengte Herzkranzgefäß wird mit einem Ballon gedehnt und bei Bedarf eine Gefäßstütze (Stent) eingesetzt. Die Gefäßstütze besteht aus einem Metallgeflecht und soll eine erneute Verengung verhindern.

Nach einer erfolgreichen Akuttherapie wird der Patient für meistens eine Nacht auf unserer Intensivstation oder dem Intermediate Care Bereich überwacht und erhält eine medikamentöse Weiterbehandlung.

Ist der Kreislauf stabil, beginnt das körperliche Aufbautraining. Der Patient erhält leichte Kost und wird unter krankengymnastischer Anleitung zügig mobilisiert.

Perspektive: Leben mit einer Erkrankung

Bei einem unkomplizierten Verlauf kann der Patient  nach 2 bis 3 Tagen die Klinik verlassen. Für Infarkt-Patienten sind nicht nur die optimale Stenttherapie sowie eine dauerhafte Medikamenteneinnahme notwendig, sondern in der Regel auch eine Lebensstilveränderung. Denn Stress, Bewegungsmangel, falsche Ernährung und Rauchen sind Faktoren, die einen Rückfall begünstigen. Deshalb ist eine anschließende Rehabilitation sinnvoll, bei der der Patient lernt, mit der Krankheit umzugehen und sie zu verarbeiten. Neben Bewegungstherapie und Gesundheitserziehung steht deshalb auch eine psychische Stabilisierung auf dem Programm.

Darüber hinaus empfehlen wir die Teilnahme an ambulanten Herzgruppen(sog. Herzsportgruppen), um die Wiedereingliederung ins Alltags- und Berufsleben zu erleichtern und einem erneuten Infarkt vorzubeugen.

Um Menschen mit chronischen Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems oder im Anschluss an einen Herzinfarkt die notwendigen Lebensstilveränderungen zu erleichtern, bietet auch die Havelhöher Herzschule wöchentlich ein umfangreiches Programm an.

In einer Gruppentherapie lernen hier die Patienten und ihre  Lebenspartner eine herzgesunde Lebensweise kennen und erkenne, dass der Verzicht auf negative Gewohnheiten ganz schnell zu mehr  Lebensqualität führt.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.herzschule.org