Health for Future Havelhöhe
Klimateam Havelhöhe:
Ohne die Gesundheit der Erde gibt es keine Gesundheit für Menschen
Wir sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe und auf dem Campus Havelhöhe. Menschen zu heilen und zu begleiten, ist der Kern unserer Arbeit. Je ernster wir ihn nehmen, desto weniger können wir übersehen, dass das Gesundheitswesen mit rund sechs Prozent der deutschen Treibhausgas-Emissionen selbst zur Klimakrise beiträgt. Sie ist die größte Bedrohung für die Gesundheit der Menschen, und ihre Folgen sind längst da: Hitze, veränderte Infektionslagen und belastete Luft prägen unseren Arbeitsalltag heute schon.
Daraus ziehen wir eine einfache Konsequenz: Wir übernehmen Verantwortung. Nicht als Zusatzaufgabe neben der Medizin, sondern als Teil von ihr. Eine Medizin, die den Menschen in seiner Beziehung zur Natur ernst nimmt, kann diese Natur nicht im Vorbeigehen zerstören. Für uns gehört das zusammen: die integrative, anthroposophisch erweiterte Heilkunst, für die Havelhöhe seit über 30 Jahren steht, und ein Krankenhausbetrieb, der seine Emissionen systematisch senkt.
Havelhöhe ist diesen Weg früh gegangen. Zwischen 1995 und 2020 haben wir unsere Emissionen aus Wärme und Strom um rund 70 Prozent gesenkt. Doch das Tempo der Klimakrise verlangt mehr. Im Folgenden ein Auszug aus unsere Projekten:
Saubere Energie
Saubere Energie vom eigenen Dach und ohne fossile Brennstoffe. Auf den Häusern 10, 11 und 12 ist eine Photovoltaikanlage mit 300 kWp entstanden. Nach unserer Berechnung wird sie rund 300.000 Kilowattstunden im Jahr liefern – etwa sieben Prozent unseres Stromverbrauchs – und damit rund 115 Tonnen CO₂ pro Jahr vermeiden. Der Strom wird vollständig selbst genutzt, für medizinische Geräte, Küche, Licht und IT. Daneben arbeiten wir an Konzepten zum Ausstieg aus der fossilen Wärmeversorgung mit Wärmepumpen, zu Heiz- und Kühldecken.
Gutes Raumklima und Schutz vor Hitze
Hitzewellen treffen Patientinnen und Patienten zuerst. Unser Hitzeschutzkonzept verankert die Verantwortung dafür fest: Hitzeschutzbeauftragte auf jeder Station schulen ihr Team. Zugleich rüsten wir die Stationen schrittweise mit Hitzeschutzrollos und -folien aus. Auf dem Gelände setzen wir auf natürliche Verschattung durch Bäume.
Umwelt-und klimafreundliche Arzneimittel und Medizinprodukte (UKAM)
Die Gesundheit unserer Patientinnen und Patienten steht an erster Stelle. Häufig ist das Mittel, das für sie verträglicher ist, zugleich das bessere für die Umwelt. Ein Beispiel ist Arnika anstelle von Diclofenac-Externa: Arnika ist gut verträglich, vermeidet die typischen Nebenwirkungen und Anwendungseinschränkungen der topischen Antirheumatika und passt zu unserem integrativen Behandlungsverständnis. Zugleich gelangt weniger Diclofenac ins Abwasser, wo es gewässertoxisch wirkt.
Ähnlich ist es beim Handschuhgebrauch: Einweghandschuhe werden im Klinikalltag oft dort getragen, wo die Händedesinfektion der sicherere Weg wäre. Wo wir den Gebrauch auf die tatsächlich indizierten Situationen konzentrieren, steigt die Hygienequalität, und der Abfall sinkt. Für Sie heißt das: sorgfältiger desinfizierte Hände am Krankenbett und weniger Müll. Dasselbe Prinzip gilt für Verpackungen und Entsorgungswege.
Mobilität auf dem Campus
Wer mit dem Rad zur Arbeit kommt, tut nicht nur dem Klima etwas Gutes, sondern auch sich selbst. Gesunde, ausgeglichene Mitarbeitende sind die Grundlage für gute Versorgung. Deshalb bauen wir überdachte Fahrradstellplätze, werben mit einer eigenen Fahrradkampagne fürs Radfahren und beteiligen uns am Stadtradeln. Dazu kommt eine E-Ladeinfrastruktur für alle, die auf das Auto angewiesen sind.
Koordination und Organisation:
All diese Vorhaben laufen nicht nebeneinanderher. Ein hauptamtliches Klimamanagement bündelt sie, priorisiert, rechnet nach und bringt Technik, Pflege, Hygiene, Einkauf, Arbeitsschutz und Krankenhausleitung an einen Tisch. Unsere Erfahrungen geben wir weiter: im bundesweiten Netzwerk KliMeG, bei Symposien und Fachkonferenzen.
Praxisleitfaden zum Download
Sie möchten wissen, wie Klimatransformation in einem Krankenhaus konkret aussieht? 2022 haben wir im Rahmen eines Forschungsprojektes in einem Leitfaden „Prima Klima im Haus" die wichtigsten Erkenntnisse zusammengeführt – mit praktischen Beispielen aus Mobilität, Energie, Ernährung, Abfall, sozialen Prozessen, innerer Arbeit und Treibhausgasbilanzierung. Praxis-Leitfaden kostenlos als PDF herunterladen
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Ihr Kontakt
Maurizio Bär
Ansprechpartner Klimateam
- Klimamanagement@havelhoehe.example.de
